Sauerfleisch „Norddeutsche Art“
Rezept
2007-02-27
Von Fritz Grundmann, Küchenmeister
- Vorbereitung10 Min.
- Kochzeit1 Std. 10 Min.
- Gesamt9 Std. 20 Min.
- NiveauLeicht
- pro Portion379 kcal
Im Titel des Rezepts „Sauerfleisch Norddeutsche Art“ steckt schon seine Verbreitung. In den nördlichen Bundesländern der Bundesrepublik (z. B. Schleswig-Holstein) findet man dieses Gericht häufig in den Kühlschränken. So weit verbreitet wie das Sauerfleisch in der Küche Schleswig-Holsteins ist, so wenig weiß man eigentlich über dessen Herkunft.
Sauerfleisch ist ungleich Sülze
Den Anblick von Sauerfleisch bringt man fast zwangsläufig mit Sülze in Verbindung, was aber ein weit verbreiteter Irrtum ist. Geschuldet ist dieser Umstand wohl der Tatsache, dass sowohl Sülze als auch Sauerfleisch von einem mehr oder weniger durchsichtigen Gelee umhüllt sind. Die Unterschiede liegen wie so oft in der Zubereitung und im (geschmacklichen) Detail.
Mit diesem Rezept bereiten Sie im Handumdrehen Ihr eigenes Sauerfleisch zu.
Zubereitung
7 Schritte
Schritt 1
Der Ansatz:
Ausreichend Salzwasser mit dem Weinessig versetzen und mit dem Suppengrün ausgarnieren, die Gewürze dazugeben. Recht kräftig abschmecken, damit das Fleisch genug herzhafte Säure aufnimmt.Schritt 2
Das gewaschene Fleisch in den kochenden Sud geben, ca. 1 Stunde leise köcheln lassen, bis es weich ist; zunächst im Fond auskühlen lassen.
(Das kann man gut einen Tag vorher erledigen und das Fleisch im Fond über Nacht im Kühlschrank aufbewahren, um zu sehen, inwieweit der Kochsud geliert ist. Entsprechend braucht man weniger Gelatine.)Zeitangabe: 1 Std.
Schritt 3
Das Fleisch nunmehr in Scheiben schneiden und in einer feuerfesten Form staffelartig anrichten.
Schritt 4
Den Fond (alles wird zu viel sein) erhitzen und mit ca. 6 - 8 Blatt in Wasser eingeweichter Gelatine pro Liter Aspik versetzen. Verrühren und deckend über das Fleisch geben und anschließend auskühlen und im Kühlschrank anziehen lassen (mehrere Stunden, am besten über Nacht).
Schritt 5
Das Sauerfleisch sollte mit einem leckeren, "leicht schmelzenden Aspik" serviert werden.
Schritt 6
Kleiner Trick: Etwas Fond auf eine Untertasse geben und im Kühlschrank vorab anziehen lassen und die Festigkeit prüfen.
Schritt 7
Anrichtevorschlag:
Zum Sauerfleisch reicht man an der Küste krosse Bratkartoffeln mit magerem Speck und Zwiebeln sowie saure Gurken oder frische Salate nach der Saison.
Unterscheidung von Sauerfleisch und Sülze
Bei einem Sülze-Gericht, wie man es allgemein kennt, besteht der Inhalt aus kleinen Fleischstücken. In der Regel erhält Sülze ihre geleeartige Festigkeit durch das Verkochen von vielen verschiedenen Fleischsorten und Körperteilen des jeweiligen Tiers, die einen natürlich hohen Kollagenanteil besitzen. Zu nennen wäre bspw. Schweinskopf mit Ohren. Der hohe Kollagenanteil ist dann in der Regel auch dafür zuständig, dass das ganze Gericht von selbst geliert. Den Fond, der beim Kochen durch das Fleisch und die Zugabe von Gewürzen und Gemüse entsteht, bezeichnet man auch als Aspik.
Bei einem klassischen Sauerfleisch-Rezept werden eher große Fleischstücke vom Schwein (Schweinenacken oder -bauch) für die Zubereitung verwendet. Für den durchdringenden, säuerlichen Geschmack wird Essig (Weinessig) zugeführt. Den Essig lässt man mit dem Sauerfleisch mitkochen. Da bei dem Fleisch, bedingt durch den geringen Kollagenanteil, der Sud eher nicht dazu neigt, sich geleeartig zu verfestigen, fügt man Gelatine hinzu. Möchte man dies nicht und lieber etwas Geschmackliches verwenden, besteht die Möglichkeit, das Sauerfleisch in Aspik gelieren zu lassen. Hierfür muss man, ähnlich der Sülze, aber auch kollagenreiches Fleisch verwenden, z. B. Pfoten oder Schnauze, um einen Sülzsud zu erhalten, der von selbst geliert. Alternativ bietet die Lebensmittelindustrie Aspik mittlerweile auch als Pulver zum Kauf an.
In der Küche des Nordens hat es sich eingebürgert, Sauerfleisch in Verbindung mit Bratkartoffeln an Speck, Gewürzgurken und etwas Salat zu servieren. Am besten schmeckt dazu natürlich entweder ein klarer Weizenkorn und/oder ein eisgekühltes norddeutsches Bier wie Holsten, Flensburger oder mein ganz persönliches Lieblingsbier, das Dithmarscher (https://dithmarscher.de/) aus der Karl Hintz GmbH & Co. KG Privatbrauerei in Marne (zwischen Itzehoe und Cuxhaven).
Nährwertangabe
Informationen pro Portion:
Automatisch aus den Zutaten berechnet (Näherungswerte).
-
Kalorien (kcal)
379 -
KH (g)
2,5 -
Fett (g)
22,7 -
Eiweiß (g)
36,7 -
Ballast (g)
0,4
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Durchschnittliche Mitgliederbewertung
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