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Maronen sammeln und rösten

By : | 1 Kommentar | On : Oktober 6, 2014 | Kategorie : Artikel & Specials, Blog

Maronen, auch Maroni oder Marroni (Schweiz) genannt, gehören zu den essbaren Kastanien. Als Edelkastanie ist sie von der gewöhnlichen Rosskastanie zu unterscheiden. Sie zeichnen sich besonders durch ihr süßlich-nussiges Aroma aus und werden gerade in der Weihnachtszeit gerne verwendet und zubereitet.

Rückblick

Esskastanien und Maronen werden oftmals als Synonym füreinander benutzt. Das es sich dabei um zwei verschiedene Züchtungen der gleichen Sorte handelt, wissen viele nicht. Die Marone an sich wurde länger kultiviert und ist nicht nur in ihrer Größe dominanter, sondern auch geschmacklich intensiver.

Ursprünglich stammten Esskastanien aus dem kaukasisch-armenischen Raum und galten als wichtige Nahrungsmittelquelle der ärmeren Bevölkerung. Gerade im Winter war sie ein Ersatz für fehlenden Getreideanbau und lieferte wichtige Kohlenhydrate. Durch stetige Züchtungen ging die heutige Marone hervor. Aufgrund der Klimaveränderungen der letzten Jahrhunderte, kann sie mittlerweile in vielen europäischen Ländern und auch Asien angebaut werden. Als Hauptlieferant für die Deutsche Küche zählen heute Italien und Frankreich.

Anfang Oktober lassen sich auch hierzulande Esskastanien sammeln. Ummantelt von einer stachligen Cupula, bekannt als Fruchtbecher, fallen sie vom Baum.

Marone in Cupula.
Eine Marone in ihrer Stachelhülle.
Die gelb-braune Außenschale zeichnet die Erntebreitschaft aus. Um sie vorsichtig aus ihrer Hülle zu entfernen eignen sich Äste, um die Cupula aufzuhebeln. Beim herausnehmen der Nuss sollte man ebenfalls stets auf die Farbe achten. Ist die Kastanie nicht vollkommen braun, sondern weist hellere oder gar weiße Stellen auf, so ist sie noch nicht reif. Zu Hause sollten die Kastanien in eine Schale gefüllt mit Wasser gegeben werden. Schwimmen sie nun an der Oberfläche, sind sie entweder nicht mehr frisch oder wurmig. Als eines der größten Sammelgebiete in Deutschland zählt der Pfälzer Wald. Hier pilgern jährlich sammelwütige Kastanienliebhaber hin und fahren mit gefüllten Taschen wieder nach Hause, um sie zu einer leckeren Köstlichkeit zuzubereiten.

Die Kniffe der Zubereitung

Ganz gleich ob man schlichte Esskastanien oder edle Maronen zur Verfügung hat, es lassen sich viele Leckereien kreieren. Sie lassen sich nicht nur rösten, wie auf dem Weihnachtsmarkt, sondern sie eignet sich auch hervorragend zum kochen, backen, als Füllung oder Getränk. Die Vorbereitung ist dabei leider meist ein Knackpunkt. Um an die aromatische Nuss im Inneren zu gelangen, muss die hartnäckige Schale entfernt werden. Die Schale der Kastanien werden dafür am spitzen Ende über Kreuz eingeritzt, ganz gleich ob man sie rösten oder kochen möchte. Am besten funktioniert das mit einem Teppichmesser oder auch einem Maroni-Ritzer. Andernfalls lässt sich die Spitze auch mit einer Schere abschneiden.

Sofern man sich für den Backofen entscheidet, sollte dieser nicht vorgeheizt werden. Bei 200°C werden die Edelkastanien für 25-30 min. im Ofen geröstet bis die Schale aufplatzt. Legt man eine kleine Schale mit Wasser mit auf das Backblech, so bleiben die Maronen durch den entstehenden Wasserdampf schön saftig. Das Kochdauer variiert je nach Größe der Maronen zwischen 30 und 45 Minuten. Alternativ lässt sich auch die Mikrowelle benutzen, denn diese bietet zwei Möglichkeiten.

verzehrbereite Maronen
Geschält und geröstet lassen sich die Maronen genießen.
Entweder man gibt die Esskastanien in eine Keramikschüssel und bedeckt sie mit warmen Wasser oder man legt sie einfach auf einen Teller ohne Wasser. Bei der ersten Variante dauert die Prozedur ca. 5-10 min. bei 800 Watt. Die Zeit variiert je nach Menge. Legt man sie allerdings ohne Wasser in die Mikrowelle, so dauert es nur 1-3 Minuten. Hierbei sollten die Maronen unbedingt vorher eingeritzt werden, da sie sonst platzen. Beim ersten Vorschlag wäre das nicht zwingend nötig, aber es vereinfacht das Schälen.
Natürlich finden Sie im Supermarkt auch bereits geschälte und vorgekochte Maronen. Wer jedoch Maronen wie vom Weihnachtsmarkt genießen möchte, der kann sich einen Marroniofen für das Eigenheim besorgen.


Schritt für Schritt zur Esskastanie

Die Zubereitung von Maronen ist zwar hartnäckig, aber nicht unmöglich. Der Übersicht halber lassen wir die Grundschritte Revue passieren.

  1. Kastanie von der Stachelhülle trennen.
  2. Im Wasserbad testen, ob die Kastanie an der Oberfläche schwimmt – Falls ja, entsorgen.
  3. Mit einem scharfen Messer über Kreuz einritzen oder die Spitze komplett abschneiden.
  4. Im Backofen, zusammen mit einer kleinen Schüssel gefüllt mit Wasser, rösten bis die Schale aufplatzt.
  5. Die Kastanien anschließend schälen und verzehren.

Möglichkeiten ohne Ende

Maronen sind alleinstehend bereits ein Hochgenuss, doch durch das einzigartige Aroma lassen sie sich sehr vielseitig einsetzen. Als Beilage zu Fleisch- und Wildgerichten sind die Esskastanien schon beinahe Standard. Aus ihnen lassen sich doch genauso gut Süßspeisen oder Getreideprodukte wie Nudeln oder Müsli herstellen. Abgesehen von der Vielschichtigkeit in der Zubereitung, sind Maronen auch sehr gesund. Sie erhalten nicht nur wichtige Vitamine (A, B1, B2 und C) und Mineralstoffe (Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor), sondern sind reich an Kohlenhydraten, Stärke und Saccharose. Außerdem sind Esskastanien, im Gegensatz zu anderen Nusssorten, weniger reich an Fett.

Rezepte mit Maronen

Rezepte für Maronen gibt es mehr als genug. Als Gänsebratenfüllung sind sie schon beinahe ein Klassiker, doch haben Sie schon einmal Maronen-Cappucciono probiert? Als aufwärmendes Gericht an kalte Wintertagen eignet sich die Maronensuppe und als festlichen Hauptgang können Sie Lammragout mit Maronen zubereiten.

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Comment (1)

  1. verfasst von Sabah on 09/11/2014

    unsere Familie liebt Maronen, allerdings kochen wir die im Wasser mit Zugabe von Zucker. Im nasskaltem Herbst als Nascherei ein Genuss.

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