Plastik-Gefahr beim Einkauf: 10 Tipps für den Alltag

By : | 0 Kommentare | On : November 15, 2019 | Kategorie : Blog

Die Plastik-Gefahr ist zurzeit wohl eines der meist diskutierten Themen in den Medien, der Politik und im Alltag der Menschen. Noch vor ein paar Jahren war die Resonanz auf die Hilferufe der Umweltorganisationen wie des WWF eher überschaubar. Heute ist das Thema Plastik und Plastik-Gefahr in aller Munde. Allein die Klimaaktivistin Greta Thunberg als Symbolfigur für den Kampf gegen den Klimawandel verdeutlicht, wie dringlich es ist, unsere Umwelt und unsere Natur zu schützen.

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Dabei ist allerdings weiterhin eine ganzheitliche Aufklärung notwendig, denn immer noch viele sind sich nicht bewusst, welchen Gefahren wir Menschen durch den weltweiten Plastikmüll und Plastikkonsum ausgesetzt sind. Hier erfährst du, welche Plastik-Gefahren im Alltag und insbesondere beim Einkauf allgegenwertig sind. Mit unseren 10 Tipps schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du schützt deine Gesundheit und unsere Umwelt!

Mikroplastik – Unklarheit eines Begriffs

Neben der weltweiten Verschmutzung unserer Weltmeere durch Plastikmüll rücken derzeit auch immer mehr die Gefahren für unsere Gesundheit in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion. Kampf des Menschen, der umweltbewusst leben möchten, findet an zwei Fronten gleichzeitig statt.

Die Problematik bei der Berichterstattung zum Thema Mikroplastik ergründet sich in der Flut an widersprüchlichen Aussagen, sodass es schwierig ist, die wirklich fachkundigen Aussagen herauszufiltern. Fakt ist, dass die Forschung hinsichtlich der Gefahren von Mikroplastik noch am Anfang steht und viele Gefahren und gesundheitliche Folgen noch nicht abzusehen sind. Es gibt aber viele Erhebungen und Statistiken, in denen sich deutlich herauskristallisiert, wo die Reise hingeht – und die sieht sehr düster aus.

Mikroplastik – Eine klare Definition

Doch zunächst ist die Frage zu klären: Was ist Mikroplastik eigentlich genau?  Bei der Suche im Internet wird einem schnell bewusst: Bereits hier herrscht Unstimmigkeit, Unklarheit und der Begriff wird schwammig verwendet. Daher richtigen wir uns hier nach der Definition des WWF, welcher sich bei der Begriffsbestimmung am Umweltprogramm der Vereinten Nationen orientiert. Demnach handelt es sich bei Mikroplastik um feste, wasserunlösliche Kunststoffpartikel, die fünf Millimeter und kleiner sind. Diese Definition wird oftmals um Kunststoffe in gelöster Form erweitert. So genannte gelöste, flüssige oder gelartige „synthetische Polymere“ kommen beispielsweise häufig in der Kosmetikindustrie vor und stellen eine erhebliche Plastik-Gefahr dar.

Plastik-Gefahr beim Einkauf – Wie Plastikverpackungen unsere Gesundheit gefährden

Nun, da wir geklärt haben, was genau Mikroplastik ist, stellt sich die Frage nach der Plastik-Gefahr in unserem Alltag. Das Problem zeigt sich schnell, denn Mikroplastik lässt sich nicht eindeutig lokalisieren und hat bereits all unsere Lebensbereiche durchdrungen. Mikroplastik hat sich im wahrsten Sinne des Wortes verselbstständigt und ist überall.

Ein Großteil unseres Plastikmülls landet im Meer und im Zuge der langsamen Zersetzung in Mikroplastik gelangen giftige Inhaltsstoffe in unser Ökosystem. Die Tiere, welche das Plastik aufnehmen – indem sie es mit Nahrung verwechseln – verenden entweder qualvoll daran oder geben es weiter an die Nahrungskette. Der Fisch beispielsweise inklusive des Mikroplastiks landet dann bei uns auf dem Tisch. Aber nicht nur durch die Nahrungskette gelangt Mikroplastik in unseren Körper. Mikroplastik ist, wie oben genannt, einfach überall.

Primäres Mikroplastik sind kleine Kunststofffragmente, welche speziell für die Weiterverarbeitung angefertigt werden. In Form von Kunststoffgranulat wird es dann andern Produkten beigemengt, wie etwa:

  • Kosmetik- und Pflegeprodukte (Peeling, Duschgel, Shampoo, Seife und vieles mehr)
  • Haushaltsreiniger
  • Kleidung

Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den allmählichen Zerfall von Plastikmüll in der Umwelt. Dazu gehört auch, wie oben beschrieben, der Plastik-Müll im Ozean. Betroffen davon sind insbesondere:

  • Plastiktüten
  • Palstik-Einwegverpackungen
  • PET-Flaschen
  • Kunststofffolien

Zwar ist der Plastik-Müll, der sich im Meer befindet und zum Großteil auf den Meeresboden sinkt, ein Konglomerat aus allem, was die Industrie hergibt. Aber gerade solche Produkte, wie wir sie im Alltag tagtäglich benutzen, machen den Großteil des Plastikmülls aus. Der Einkauf also, den wir wöchentlich erledigen, stellt eine der größten Plastik-Gefahren dar.

Gesundheitliche Gefahren durch Mikroplastik

Zwar sind die Auswirkungen, wie oben erwähnt, nicht ausreichend erforscht und fundiert belegt, doch was sich darin abzeichnet, ist erschreckend. Giftigen Chemikalien wie Bisphenol A (BPA) und Weichmacher gelangen in unsere Umwelt. Sie wurden bereits in Grundwasser, unserer Atemluft und in Trinkwasser nachgewiesen.

Der chemische Stoff Bisphenol A (BPA) beispielsweise ist eine hormonell wirksame Chemikalie, die Verbundstoffen, Flaschen, Beschichtungen von Dosen und vielem mehr beigemengt wird. Weichmacher finden sich auch überall. Sie ermöglichen es erst, dass Kunststoffe ihre elastische Eigenschaft erhalten.  Sowohl BPA als auch Weichmacher gelten als fruchtbarkeitsschädigend, beeinflussen das Hormonsystem und stehen unter dem Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen.  Außerdem können sie die Funktion der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse erheblich beeinträchtigen und schädigen.

10 Tipps, wie du Plastik im Alltag vermeiden kannst

  1. Baby-Artikel: Gerade bei Kleinkindern und Babys ist Plastik-Gefahr zurzeit ein großes Thema. Unsere kleinen Schützlinge vor Mikroplastik zu schützen, erfordert, dass wir uns intensiv mit Inhaltsstoffen und Alternativen auseinandersetzen. Glücklicherweise gibt es bereits einige Anbieter, die sich ganz auf das Kindeswohl spezialisieren und Aufklären, in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist und so die Gefahren von Mikroplastik zeigen.
  2. Einkaufstüten: Anstelle der Einkaufstüten leisten wir bereits einen immensen Beitrag zu weniger Plastikmüll, wenn wir auf Plastik-Tüten verzichten und auf den altbewährten Stoff-Beutel zurückgreifen. Dieser ist auch viel langlebiger und kann hunderte Male und in der Regel viele Jahre verwendet werden.
  3. Obst- und Gemüse-Tüten: Gerade in der Obst- und Gemüseabteilung verschwenden wir Plastik ohne jeglichen Mehrwert. Die meisten Produkte sind doch bereits natürlich durch ihre Schale verpackt und brauchen überhaupt keine zusätzliche Verpackung. Alternativ gibt es mittlerweile tolle umweltfreundliche Obst- und Gemüse-Netze in den verschiedensten Größen.
  4. Einwegverpackungen: Insbesondere Einwegverpackungen stellen eine enorme Plastik-Gefahr für unsere Umwelt dar. Einweg muss aber nicht aus Plastik sein. Es gibt mittlerweile zahlreiche alternative Einwegverpackungen aus Zuckerrohr oder Bagasse (Abfallprodukt während der Zuckerfabrikation), die Plastik-Verpackungen in ihrer Funktionsweise kaum in etwas nachstehen und recycelbar und sogar kompostierbar sind.
  5. Der Coffee-to-go-Becher: Der Coffee-to-go kommt fast ausschließlich in Bechern mit Plastikbeschichtungen daher. Wie wäre es mit einem eigenen umweltfreundlichen Coffee-to-go Becher, der umweltfreundlich ist und immer wieder benutzt werden kann? Eine kleine Umstellung erzielt gerade bei einer so häufig verwendeten Plastik-Gefahr eine große Wirkung.
  6. Brot vom Bäcker: Das Brot aus dem Supermarkt ist fast immer in Plastik verpackt. Frisches Brot vom Bäcker bekommt man hingegen so gereicht und man kann es direkt in seiner Stoff-Tasche verstauen. Noch besser und vor allem gesünder ist es natürlich, Brot selber zu backen. Auch bei anderen Produkten ist es sinnvoll, sich zu fragen, ob es Alternativen ohne Plastik gibt.
  7. Trinkwasser: Wasser in Plastikflaschen lässt sich leicht durch Wasser in Mehrweg-Flaschen Es ist auch möglich, auf Leitungswasser umzusteigen und Geräte zu benutzen, mit denen man ganz einfach selbst Sprudelwasser herstellen kann. Da erledigt sich auch das Problem des schweren Schleppens ein für alle Mal.
  8. Schneidebretter: Die klassischen Schneidebretter aus Holz sind den Plastik-Schneidebrettern in puncto Gesundheit und Hygiene haushoch überlegen. Bei der Benutzung von Plastikbrettern lösen sich immer wieder kleinste Plastikpartikel (Mikroplastik) vom Brett und gelangen in unsere Nahrung. Holzschneidebretter brauchen keine zusätzlichen Kunststoffbeschichtungen und eignen sich in ihrer natürlichen Beschaffenheit am besten zum Schneiden. Die im Holz enthaltenen Gerbstoffe sorgen für eine natürliche Desinfektion der Arbeitsfläche. Plastik hingegen ist im Vergleich ein giftiger Bakterienherd.
  9. Handelsübliche Pfanne: Die Pfanne, wie wir sie normalerweise im Handel in tausendfacher Ausführung bekommen, enthält eine Kunststoffbeschichtung. Hier löst sich mit der Zeit unweigerlich Mikroplastik von der Beschichtung. Mit einer Gusseisen-Pfanne hat man nicht nur eine Pfanne, die ohne Kunststoff-Beschichtung auskommt, sondern auch ein viel langlebigeres, qualitativ hochwertigeres Produkt an der Hand.
  10. Kosmetikartikel: Gerade in der Kosmetikindustrie wird vielfach Mikroplastik beigemengt, wie etwa bei Peelings. Mittlerweile gibt es auf dem Markt viele Produkte, die frei von Kunststoffen sind. Diese sind in der Regel dementsprechend gekennzeichnet und können bedenkenlos benutzt werden. Wer noch ein wenig mehr Wert auf die Umweltverträglichkeit legt, der sollte auch auf eine umweltfreundliche Verpackung achten.

Wenn jeder von uns zumindest einen kleinen Beitrag dazu leistet, Plastikmüll zu vermeiden, ist es ein großer Schritt für den Weg in ein umweltfreundlicheres und umweltbewussteres Leben. Ganz getreu dem Motto der globalen Bewegung „Break free from Plastik“ ist es wichtig, Lösungen und Alternativen voranzutreiben. Indem wir uns gewissenhaft mit dem Thema auseinandersetzen, in unseren Möglichkeiten verzichten und Plastikalternativen eine Chance geben, trägt jeder von uns einen wichtigen Beitrag dazu bei, die Umwelt und uns Menschen zu schützen.

Abbildung: pixabay.com © Hans (CC0 Creative Commons)

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