Saisonkalender Januar

Verschiedene Gemüsesorten, darunter Tomaten, Gurken, Kohl und Karotten, auf einem Marktstand.

Kalt, grau und geplagt von Erkältungsviren. Nichts könnte den ersten Monat im Jahr besser beschreiben. Doch der Januar hält auch viele gesunde und heimische Obst- und Gemüsesorten parat. Frisch aus heimischem Anbau kommen Grünkohl, Rosenkohl, Porree und Topinambur, Chicorée aus der Treiberei und Champignons aus der Zucht. Aus dem Lager gibt es Schwarzwurzeln, Steckrüben, Möhren, Rote Bete, Knollensellerie und Kohl. Auch der allseits beliebte Feldsalat wächst und gedeiht. Da die meisten Obstsorten warmes und sonniges Wetter präferieren, lassen sich keine frischen Früchte finden. Äpfel, Nüsse und Orangen werden zwar überdurchschnittlich viel verkauft, kommen in dieser Zeit jedoch nicht aus einheimischem Freilandanbau. Diese werden entweder importiert oder stammen aus der Ernte vom vorherigen Herbst.
Der Saisonkalender für Januar hilft Ihnen bei der Auswahl heimischer Gemüsesorten. So behalten Sie stets den Überblick.

Champignons

Weiße und braune Champignons, zwei Hälften mit sichtbaren LamellenBeispielfoto (digital erstellt)Des Deutschen liebste Pilzgattung ist der Champignon. Er gehört zu den Kulturpilzen und daher wird er ganzjährig gezüchtet und zum Verkauf angeboten. Die Möglichkeiten in der Küche können somit vollkommen ausgeschöpft werden: kochen, braten, grillen, dünsten, schmoren oder zum rohen Verzehr. Es gibt fast nichts, was man mit Champignons nicht anstellen könnte. Das beweist auch die Statistik, welche besagt, dass jeder Deutsche rund 3 Kilogramm pro Jahr konsumiert.
Die Behauptung, dass kultivierte Pilze geschmacklich minderwertiger seien, stimmt nicht. Es gibt ihn in weißer und in brauner Färbung und der Ursprung liegt am Ausgangspunkt der Züchtung. Beide gehören zur selben Art, dem Zuchtchampignon (Agaricus bisporus), und unterscheiden sich nur in der Zuchtform. Auch geschmacklich unterscheiden sich diese 2 Varianten, denn der braune Champignon entfaltet einen etwas kräftigeren und nussigen Geschmack.

Rezeptideen Champignons

Chicorée

Drei Chicorée-Knospen auf weißem HintergrundChicorée zählt als typisches Herbst-/Wintergemüse. Gegessen wird der helle Spross, der im Winter aus der eingelagerten Wurzel im Dunkeln getrieben wird. Die Blätter sind gelblich-weiß und werden oftmals in Form von Rohkost-Salat oder leicht angedünstet konsumiert.
Chicorée ist ein kalorienarmes Gemüse. Es ist reich an Nährstoffen wie Vitamin B1, B2 und C. Aufgrund des leicht bitteren Geschmacks wird die Knospe gerne mit aromatischen Zutaten wie Orangen kombiniert. Grund für den bitteren Geschmack ist das Lactucopikrin, ein Bitterstoff.

Rezeptideen Chicorée

Feldsalat

FeldsalatFeldsalat, oftmals auch Rapunzel genannt, zählt zu den beliebtesten Salatsorten. Aufgrund der frostbeständigen Eigenschaft gilt er als typischer Wintersalat, der oft und gerne serviert wird. Hauptgrund liegt auch im mild-nussigen Geschmack, der sich hervorragend mit aromatischen Komponenten wie Ente, Ziegenkäse, Walnüssen oder Früchten kombinieren lässt. Der Salat hat einen hohen Gehalt an Vitamin A, C, Kalium und Eisen und gilt daher als eine der nährstoffreichsten Salatsorten.

Rezeptideen Feldsalat

Grünkohl

Krause Grünkohlblätter am Strunk und gehackter GrünkohlBeispielfoto (digital erstellt)Grünkohl – der Kohl des Nordens. Man könnte meinen, keine andere Kohlsorte wird so sehnsüchtig erwartet, wie der beliebte Grünkohl. In Kombination mit würzigem Kassler oder Würsten gilt das Gemüse schon längst als etabliertes Gericht in der deutschen Küche. Doch auch international gesehen erfreut sich der grüne Kohl längst großer Beliebtheit beispielsweise in den USA. Dort wird das Gemüse allerdings roh verzehrt als Hauptbestandteil von grünen Smoothies oder Säften.
Einer der Hauptgründe für die Beliebtheit von Grünkohl liegt vermutlich im Geschmack. Aufgrund von Frost wird Stärke in Zucker umgewandelt und sorgt somit für ein süßliches Aroma. Zudem zählt Grünkohl als Kohlsorte mit dem höchsten Eiweiß- und Vitamin-C-Gehalt. Dazu kommen Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen.

Rezeptideen Grünkohl

Knollensellerie

Knollensellerie mit Grün und eine halbierte Knolle mit hellem FruchtfleischBeispielfoto (digital erstellt)Knollensellerie wird von Juni bis November geerntet und ist als Lagerware bis in den Frühsommer erhältlich; kühl und dunkel gelagert hält sich die ganze Knolle mehrere Wochen. Angeschnittene Stücke in Folie gewickelt im Kühlschrank aufbewahren und bald verbrauchen. Er gehört ins Suppengrün und schmeckt als Püree, Rohkostsalat oder paniert als Sellerieschnitzel.

Rezeptideen Knollensellerie

Petersilienwurzel

Petersilienwurzeln mit Grün, eine längs aufgeschnittenBeispielfoto (digital erstellt)Petersilienwurzel sieht der Pastinake ähnlich, ist meist schlanker und schmeckt deutlich nach Petersilie. Sie wird von August bis November geerntet und ist als Lagerware bis in den Sommer erhältlich; kühl und dunkel gelagert hält sie sich mehrere Wochen. Sie würzt Brühen und Suppen und eignet sich für Püree und Ofengemüse.

Rezeptideen Petersilienwurzel

Porree (Lauch)

Zwei Porreestangen und geschnittene PorreeringeBeispielfoto (digital erstellt)Porree, auch Lauch genannt, wächst bei uns fast das ganze Jahr im Freiland: Sommerlauch ist zarter, Winterlauch kräftiger im Geschmack. Im Kühlschrank hält er sich in ein feuchtes Tuch gewickelt etwa eine Woche. Weil zwischen den Blattschichten oft Erde sitzt, die Stangen längs einschneiden und gründlich waschen; Porree passt in Suppen, Quiches, Aufläufe und als Gemüsebeilage.

Rezeptideen Porree

Postelein (Winterportulak)

Frischer Postelein (Winterportulak) mit runden Blättern und kleinen weißen BlütenBeispielfoto (digital erstellt)Postelein, auch Winterportulak genannt, ist ein winterhartes Blattgemüse, das in den Wintermonaten frische Salatblätter liefert. Blätter, Stiele und Wurzeln sind essbar, in ein feuchtes Tuch gewickelt hält er sich vier bis sechs Tage im Kühlschrank. Er schmeckt mild im Salat, etwa mit Chicorée, Radicchio, Walnüssen und Orange, und lässt sich auch kurz dünsten.

Rosenkohl

rosenkohlRosenkohl ist wohl die kleinste Kohlsorte und strotzt trotzdem vor Aromen. Besonders in den kalten Wintermonaten wird das kleine, grüne Gemüse gerne als Beilage gereicht.
Obwohl die Röschen relativ klein sind, im Gegensatz zu ihren Verwandten, enthalten sie ein sehr dominantes Kohl-Aroma, welches entweder geliebt oder gehasst wird.
Rosenkohl hat mit rund 380 mg / 100 g einen relativ hohen Kalium-Gehalt. Dieses Mineral ist essentiell für den menschlichen Körper, denn es trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei. Das kleine Gemüse kennen wir hauptsächlich in grün, doch es gibt auch Rosenkohl in violetter Färbung. Die Farbe löst sich beim Kochen leider heraus und auch geschmacklich ist kein Unterschied beider Sorten festzustellen.

Rezeptideen Rosenkohl

Schwarzwurzel

Schwarzwurzeln mit dunkler Schale, zwei Stücke geschältBeispielfoto (digital erstellt)Schwarzwurzel wird erst seit dem frühen 17. Jahrhundert als Lebensmittel verwendet. Vorher kannte man die Wurzel nur als Heilpflanze, die besonders in Zeiten der Pest eine vielseitige Verwendung genoss. Heutzutage hat sich das Gemüse weitestgehend in den deutschen Küchen etabliert. Geschmacklich erinnert Schwarzwurzel an milden Spargel, weswegen die Pflanze auch „Spargel des armen Mannes“ genannt wird.
Schwarzwurzel ist nicht nur reich an Nährstoffen wie Kalium, Eisen und Folsäure, sondern auch tückisch in der Zubereitung. Die Wurzel sollte daher stets mit Handschuhen geschält werden, da sich das weiße Fleisch rasch schwarz verfärbt. Um der Färbung entgegenzuwirken, sollten Sie die geschälten Stücke schnell in Essigwasser einlegen.

Rezeptideen Schwarzwurzel

Steckrüben

Steckrüben mit violettem Kopf, eine halbiert mit gelbem FruchtfleischBeispielfoto (digital erstellt)Steckrüben erfreuen sich hierzulande keiner großen Beliebtheit. Während in Nord- und Osteuropa die gelbliche Knolle als beliebte Energiequelle dient, landet sie in Deutschland eher selten auf dem Teller. Grund dafür liegt vermutlich im „Steckrübenwinter“ im Jahre 1916. Aufgrund vieler Faktoren mussten die Rüben als letzte Nahrungsreserve der gesamten Bevölkerung verwendet werden. An sich ist die Knolle eine gute Kohlenhydratquelle und dennoch kalorienarm aufgrund des hohen Wassergehaltes.
Steckrüben sind mit Kohlrabi verwandt und haben einen leicht süßlichen Geschmack. Abgesehen davon ist das Gemüse relativ arm an Eigengeschmack, aber die Rübe besitzt die Eigenschaft, jegliche Aromen anzunehmen. Indem beispielsweise Äpfel mit Steckrüben püriert werden, erhält man ein aromatisches Apfelmus, ohne eine große Menge an Äpfeln verwenden zu müssen.

Rezeptideen Steckrüben

Topinambur

Topinamburknollen, eine halbiert mit weißem FruchtfleischBeispielfoto (digital erstellt)Topinambur ist die Knolle einer mit der Sonnenblume verwandten Pflanze und wird von Oktober bis März aus dem Freiland geerntet. Die dünne Schale trocknet schnell aus, deshalb hält sich die Knolle in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach nur etwa eine Woche. Sie schmeckt leicht nussig und lässt sich roh geraspelt, als Suppe, Püree, Chips oder gebraten verwenden.

Rezeptideen Topinambur

Karpfen

Ganzer frischer Spiegelkarpfen und zwei Karpfenfilets auf PergamentpapierBeispielfoto (digital erstellt)Karpfen hat in den Monaten mit „r“ Saison, also von September bis April, abgefischt werden die Teiche vor allem im Herbst. Frischer Karpfen sollte am Kauftag zubereitet werden. Traditionell kommt er an Weihnachten und Silvester blau, gebacken oder als Filet auf den Tisch.

Rezeptideen Karpfen

Aus dem Lager

Aus dem Lager kommen im Januar Kartoffeln, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken und Petersilienwurzel, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Spitzkohl, Chinakohl, Kürbis, Rettich, Radicchio und Zwiebeln, dazu Äpfel und Birnen.

Falls Sie sich Ihr favorisiertes Gemüse ausgesucht haben und nun auf der Suche nach einem passenden Menü sind, dann wagen Sie einen Blick in unser Wintermenü.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Gelingen und guten Appetit!