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Gutes Olivenöl: So erkennen Sie Qualität

By : | 1 Kommentar | On : August 30, 2022 | Kategorie : Blog

Wer sich um mehr Nachhaltigkeit in der Küche bemühen möchte, kommt nicht um die Frage herum, was ein nachhaltiges und gutes Olivenöl ausmacht. Nur wenigen ist bewusst, dass sie bei diesem Thema die Büchse der Pandora öffnen, denn gutes Olivenöl ist nicht so einfach erkennbar, wie man zunächst vermuten mag. Denn bei Olivenöl handelt sich um das am häufigsten verfälschte Lebensmittel in der EU. Das macht es für den Normalverbraucher leider gar nicht so einfach, gutes von minderwertigem Olivenöl zu unterscheiden. Wir haben ein paar Tipps, wie Ihnen das am besten gelingt!

Natives Olivenöl (extra) oder raffiniertes Olivenöl?

Wer jetzt denkt, es geht um Rafinesse, der liegt mit seiner eignen knapp daneben. Wofür genau die einzelnen Bezeichnungen stehen, kann bei der Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen und Deklarierungen schnell für Verwirrung sorgen. Insbesondere dann, wenn im Supermarkt vor dem Regal zwanzig verschiedenen Ölen stehen und man nicht weiß, worauf man achten sollte. Von „nativ“ und „nativ extra“ über „vergine“ bis hin zu „raffiniert“ ist alles dabei.

Die Bezeichnung „nativ“ bedeutet dabei erst einmal nur „naturbelassen“. Damit ist gemeint, dass das Olivenöl kaltgepresst hergestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein sehr schonendes Verfahren, durch das zahlreiche Nährstoffe und ungesättigte Fettsäuren der Früchte auch weiterhin im Öl enthalten bleiben. Durch den Zusatz „extra“ wird darauf verwiesen, dass die kalte Pressung bereits am selben Tag der Ernte stattgefunden hat. Es handelt sich hierbei um ein noch hochwertigeres Olivenöl. „Vergine“ ist schlicht und einfach das italienische Wort für nativ. Deshalb steht auf einigen Flaschen auch häufig „vergine“ oder „vergine extra“.

Der Zusatz „raffiniert“ bedeutet, dass das Öl im Herstellungsverfahren mit Hitze gewonnen wurde. Aus diesem Grund enthält es auch wesentlich weniger Nährstoffe und hat keinen so intensiven Geschmack wie das native Olivenöl. Da es qualitativ weniger wertvoll und deshalb auch günstiger ist und da es bereits mit großer Hitze in Kontakt kam, eignet es sich ideal zum Anbraten, Grillen oder Frittieren. Denn hierbei kommt es ohnehin nicht auf besonders intensiven Geschmack an.

Die Meinungen teilen sich im Übrigen bei der Frage, ob man natives Olivenöl auch zum Anbraten verwenden kann, da bei großer Hitze unter Umständen gefährliche Substanzen freigesetzt werden können. Da natives Olivenöl aber hochwertiger, geschmacksstärker und deshalb auch teurer ist, ist es ohnehin empfehlenswert, sich dieses für die kalte Zubereitung, wie beispielsweise für Salate, aufzuheben. Erst hier kann der einzigartige Geschmack eines wirklich guten Olivenöls ideal zur Geltung gebracht werden.

Gibt es nachhaltiges Olivenöl?

Wer nachhaltig kaufen und kochen möchte, sollte beim Erwerb von Olivenöl auf das Herkunftsland und auf das Bio-Siegel achten. Wenn Sie sich die Flaschen ansehen, ist es wichtig, dass dort nicht „abgefüllt in“, sondern in etwa Formulierungen wie „geschützte Ursprungsbezeichnung“ oder „geschützte geografische Angabe“ zu finden sind. So können Sie sich sicher sein, dass das Olivenöl auch wirklich aus dem Gebiet kommt, das auf der Flasche angegeben ist.

Auch auf Olivenölen kann man das bekannte Bio-Siegel finden. Dadurch wird dem Verbraucher mitgeteilt, dass bei dessen Herstellung möglichst nachhaltig gewirtschaftet wurde und weder Pestizide noch künstliche Dünger zum Einsatz kamen. Neben dem Bio-Siegel gibt es auch noch andere Siegel, wie das des Demeter-Verbandes oder das von Naturland. Sie stehen für noch mehr Fairness beim Anbau.

Woran kann man gutes Olivenöl sonst noch erkennen?

Je grüner, umso besser? Wie einfach es doch wäre, wenn sich gutes Olivenöl anhand solcher offensichtlichen Kriterien ermitteln ließe. Dann könnte damit vermutlich auch nicht so problemlos gepfuscht werden, wie es leider der Fall ist. Doch sowohl die Farbe und Konsistenz als auch der Geschmack und Geruch können stark variieren, ohne, dass es zwingend etwas über die Qualität des Produkts aussagt. Denn diese Eigenschaften sind von zahlreichen Faktoren abhängig, wie beispielsweise vom Herkunftsland oder der Olivensorte.

Auch können die Olivenöle ein und desselben Herstellers von Jahr zu Jahr unterschiedlich schmecken, da dies auch von den Witterungseinflüssen und den klimatischen Bedingungen im besagten Erntejahr abhängt. Wie finden Sie nun aber am besten gutes Olivenöl? Achten Sie am besten wie gesagt vor allem auf das Herkunftsland und die Gütesiegel – der Rest ist Ausprobieren und Geschmackssache.

Wie bei Weinen kommt es auch bei Olivenöl auf die unterschiedlichen Geschmäcker an. Ob es sich um ein „gutes Olivenöl“ handelt, ist teilweise von den individuellen Vorzügen einer Person abhängig. Der eine bevorzugt es eher etwas schärfer, der andere lieber fruchtig. Aber auch die Qualität lässt sich am Geschmack erkennen. So sollte ein gutes Olivenöl intensiv und leicht bitter schmecken. Bei einem ranzigen Geruch oder Geschmack handelt es sich um kein gutes Olivenöl.

Um den Geschmack zu ermitteln, müssen Sie sich – nach dem ersten Aussortieren aller nicht ordnungsgemäß gekennzeichneten Flaschen – einfach durchtesten. Probieren geht nun mal über Studieren – und das gilt auch beim Olivenöl-Kauf! Entweder Sie gehen dafür in ein entsprechendes Feinkost-Geschäft oder aber Sie probieren sich direkt durch ganze Flaschen durch.

Je nachdem, wieviel Olivenöl Sie verbrauchen, könnten Sie in regelmäßigen Abständen neue ausprobieren und sich Notizen machen, um den persönlichen Favoriten zu ermitteln. Oder Sie machen ein Event mit Freunden draus? Stellen Sie hierfür verschiedene Olivenöle und Weißbrot bereit und gemeinsam probieren Sie alle durch und stimmt gemeinsam ab. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sehr sich die Geschmäcker voneinander unterscheiden. Berichten Sie uns gerne in den Kommentaren über Ihr Olivenöl-Tasting oder teilen Sie uns mit, was ein „gutes Olivenöl“ für Sie persönlich ausmacht.

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Comment (1)

  1. verfasst von DirkNB on 30/08/2022

    Gucken und prüfen wäre natürlich die einfachste Art, ein gutes Olivenöl zu finden. Aber es ist auch eine Preisfrage. Ein wirklich gutes, extra vergine Olivenöl kostet in der Herstellung mind. 7€/Liter, sagen Hersteller (=Olivenbauern). Kommen noch die Verpackung, die Handelsspanne und die Steuern dazu. Da kann man sich ausrechnen, was man hierzulande für den Liter Olivenöl bezahlen muss, damit es gut ist.
    Wobei natürlich gilt: Nicht alles, was teuer ist, ist gut, aber unter einem gewissen Preis kann es eben auch nicht gut sein.

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