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Glutenunverträglichkeit und Zöliakie

By : | 2 Comments | On : Mai 27, 2013 | Kategorie : Blog, Infos & Hintergründe

Glutenunverträglichkeit

Gluten ist Getreideeiweiß, eine Art “Klebstoff” bzw. Getreidekleber, der vor allem in den mit Weizen verwandten Getreidesorten wie Dinkel, Grünkern, Gerste, Roggen oder Couscous vorkommt. Folglich ist Gluten auch in allen Lebensmitteln vorhanden, die diese Getreidearten mittel oder unmittelbar beinhalten (Selbst Bier enthält Gluten, da der Zucker aus Getreidestärke gewonnen wird). Nahrungsmittel wie z.B. Fisch, Fleisch, Eier und Gemüse enthalten von Natur aus kein Gluten, sind also bei einer Glutenunverträglichkeit als problemlos einzustufen.

Seit 2005 müssen glutenfreie Lebensmittel mit dem “Glutenfrei-Symbol”, der durchgestrichenen Ähre, gekennzeichnet werden. Es bietet Menschen mit einer Unverträglichkeit die Gewissheit, ein Produkt mit höchstens 20 Milligramm pro Kilogramm zu sich zu nehmen. Glutenfreie Sortimente aus geschmackvollen und qualitativ hochwertigen Produkten findet man in Reformhäusern, guten Drogerien und mittlerweile auch bei immer mehr ausgesuchten Supermarktketten.

Das Krankheitsbild Glutenunverträglichkeit

Glutensensitivität ist eine nicht-allergische Funktionsstörung, die plötzlich und in jedem Alter auftreten kann. Sie äußert sich ähnlich wie die Autoimmun-Erkrankung Zöliakie, die zu einer Entzündung des Dünndarms führen kann. Die beschädigte Dünndarmschleimhaut ist dann nicht mehr in der Lage, genügend Nährstoffe aufzunehmen. Eine Ernährungsumstellung führt oft zu einer raschen Besserung, sobald auf Glutenhaltige Lebensmittel verzichtet wird. Dann regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut und muss nicht einmal mit Medikamenten behandelt werden. Bei den ersten Symptomen einer Glutenunverträglichkeit empfehlen Ernährungsberater einen Belastungstest. Dieser sollte allerdings unter Aufsicht eines Experten oder Facharztes durchgeführt werden. Wenn man kurze Zeit nach dem Essen Schwindelgefühle oder Konzentrationsprobleme hat, ist man nicht unbedingt in der Anfangsphase einer Demenz, sondern es könnte ganz einfach eine Unverträglichkeit dahinter stecken.

Problem Restaurantbesuch

Schon der Verzehr von kleinen Mengen reicht bei vielen Menschen die unter Glutenunverträglichkeit leiden aus, um nebulöse Zustände, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und den “Brain Fog” auszulösen. Die echten Probleme beginnen bei den Betroffenen wenn man auf Reisen ist. Zu Hause kann man sich genau über alle Inhaltsstoffe informieren, Restaurants ist man mehr oder weniger ausgeliefert. Glutenfreie Ernährung ist in der deutschen Gastronomie leider noch immer kein großes Thema, aber wenigstens steigt die Aufmerksamkeit der Restaurant- und Hotelbesitzer gegenüber diesem sensiblen Thema. Mit Hilfe von Webseiten wie glutenfreeroads.com/de/, kann man sich auf Reisen schnell und unkompliziert einen Überblick über Restaurants mit glutenfreien Gerichten machen. Für Restaurantbesuche im Ausland werden spezielle Hinweise in der jeweiligen Landessprache angeboten. So können Koch oder Kellner auf eine glutenfreie Zubereitung hingewiesen werden, selbst wenn man die Sprache nicht beherrscht.

Die DZG führt das 'Glutenfrei-Symbol' als eingetragenes Warenzeichen in Deutschland und vergibt es an nationale Hersteller und Vertriebe glutenfreier Lebensmittel. Bevor ein Lizenzvertrag abgeschlossen werden kann, ist eine Gluten-Analyse der betreffenden Produkte erforderlich.

Einige Tipps für glutenfreie Ernährung

Nachfolgend haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt, wie Sie sich trotz einer Glutenintoleranz genussvoll ernähren können:

  1. Arbeiten sie nach speziellen Rezepten für z.B. Kuchen und Brote, denn normales Mehl hat eine höhere Bindefähigkeit als gluten-freies Mehl.
  2. In vielen Läden sind bereits Gluten-freies Müsli, Cornflakes und andere Cerealien erhältlich. Wo genau diese zu erwerben sind können Sie über einschlägige Webseiten feststellen.
  3. Johannisbrotkernmehl ist eine gute glutenfreie Alternative zu herkömmlichen Soßenbindern.
  4. Sie können zum Beispiel Mehl aus Buchweizen, Mais oder Hirsen, statt dem herkömmlichen Weizenmehl, nutzen.
  5. Achten Sie beim Einkaufen auf das Symbol für Glutenfreiheit. Neben Reformhäusern und Naturkostläden finden Sie das Symbol auch auf immer mehr Produkten im Supermarkt.
  6. Als Alternative zur Hartweizenpasta gibt es mittlerweile auch Glutenfreie Nudeln aus Buchweizen, Mais oder auch Soja.

Zur Glutenfreien Ernährung braucht es anfangs ein wenig Umgewöhnung, nach einiger Zeit sollte dies jedoch kein großes Hindernis mehr darstellen.

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Comments (2)

  1. verfasst von Martin on 10/12/2013

    Vielen dank für die ausführliche Erklärung und Infos!
    Beim Versuch das PDF: http://dzg-online.de/files/130220_flyer_web_leben_gf_ernaehrung.pdf
    zu öffnen erhielt ich eine Fehlermeldung, dass es nicht vorhanden sei.
    Haben Sie das PDF evtl. noch?
    Vielen Dank & beste Grüsse

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